Deutsch - Amerikanischer Freundeskreis
Paderborn - Belleville e.V.
   (Illinois, USA)

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Entscheidung beim Bundesfinale in Paderborn

Glückwünsche für Jan Zeimetz (am Schlagzeug): Von links DAFK-Präsident Heiner Sprenkamp, Uli Frost (Verein Drums and Percussion Paderborn und Mitglied des erweiterten DAFK-Vorstandes), Udo Dahmen (stellvertretender Präsident des Deutschen Musikrates, zugleich künstlerischer Direktor der Pop-Akademie Mannheim), DAFK-Vizepräsident Wolfgang Stüken  sowie Paderborns Bürgermeister Michael Dreier.  

„Unfassbar – dieser Sonderpreis
ist für mich wie ein Lottogewinn“

Der bei "Jugend musiziert" erfolgreiche Drummer Jan Zeimitz (17) fliegt nach Nashville und Belleville

Für ihn hat sich der  Weg von der Elbe an die Pader gelohnt. „Das ist der Wahnsinn“, konnte der Jan Zeimetz aus Radebeul bei Dresden sein Glück kaum fassen. Gerade erst hatten die strengen Juroren von „Jugend musiziert“ ihm den zweiten Platz im Bundeswettbewerb in der Sparte Pop-Schlagzeug zuerkannt, da erfuhr der 17-Jährige, dass ihm im Paderborner Wettbewerbsfinale auch noch ein höchst attraktiver Sonderpreis zugesprochen wurde. Im Oktober darf der junge Drummer in die USA fliegen! Zuerst in die berühmte „Music City“ Nashville im Bundesstaat  Tennessee. Dort darf Jan zwei Tage lang mit der in Nashville lebenden und arbeitenden Drummer-Legende Chester Thompson proben, der als Schlagzeuger viele Jahre mit  „Genesis“ und Phil Collins zusammen gearbeitet hat. Danach geht es in die Paderborner US-Partnerstadt Belleville (Illinois). Dort wird Zeimetz am 14. Oktober beim Festival „Drums’n’Percussion Belleville“ gemeinsam mit dem 68-jährigen Chester Thompson auftreten.

Das Musikereignis  ist ein Ableger des im Jahr 2001 in Paderborn aus der Taufe gehobenen Festivals „Drums’n’Percussion’’, das im Zwei-Jahres-Rhythmus über Pfingsten viele Fans und aktive Musiker ins Heinz Nixdorf Museumsforum (HNF) lockt und sich inzwischen zum größten Schlagzeug- und Percussion-Festival in Europa gemausert hat. Jeweils vier Tage lang können dort alle Facetten des Schlagwerks in ganztägigen Workshops und diversen Konzerten ausgekostet werden. Initiator und künstlerischer Leiter von „Drums’n’Percussion’’ ist Uli Frost. Er ist Mitglied des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises Paderborn-Belleville und gehört dem erweiteren Vorstand des DAFK an.

Vor drei Jahren, im Jubiläumsjahr „200 Jahre Stadt Belleville“, gelang es Uli Frost, die Idee von einem Partnerfestival in der amerikanischen Partnerstadt Wirklichkeit werden zu lassen. Das erste Festival dort – Schauplatz war die Philharmonische Gesellschaft – fand 2014 so großen Anklang, das Bellevilles Bürgermeister Mark Eckert nach dem Auftaktkonzert spontan die Anregung gab, dieses Musikereignis in der Kreisstadt des Mittleren Westens zu einer festen Einrichtung werden zu lassen.

Im „Ping-Pong-System“ soll das Festival nun möglichst im jährlichen Wechsel zwischen Paderborn und Belleville pendeln. Trägerverein ist der Drums and Percussion Paderborn e.V.. Mitveranstalter in Paderborn ist das HNF, maßgeblicher Unterstützer die Stadt Paderborn. In Belleville fungieren mit dem Trägerverein die Melodic Rhythms School, eine 2005 von professionellen Musikern gegründete Musikschule, und Belleville Sister Cities Inc., die Partnerorganisation des DAFK, als Mitveranstalter. Von Belleville wird der Ping-Pong-Ball vom diesjährigen Festival wieder zurück über den Atlantik  gespielt. In Paderborn soll im Mai kommenden Jahres das Festival 2018 über die Bühne gehen.

Chester Thompson, der inzwischen mehrmals in Jahr zu Gast in Paderborn gewesen ist, wird beim diesjährigen Festival in Belleville einen Workshop leiten, ebenso Uli Frost.

Der DAFK wird für den Sonderpreisträger, der erstmals in die USA fliegt,  ein Taschengeld spendieren. Jan Zeimetz freut sich riesig: „Unfassbar – dieser Sonderpreis ist für mich wie ein Lottogewinn.“ Der erfolgreiche Jungmusiker setzte sich mit acht Jahren erstmals ans Schlagzeug. Seitdem ließen ihn die Schlaginstrumente nicht mehr los. Kein Wunder, denn er stammt aus einer sehr musikalischen Familie. Die Mutter ist Musiklehrerin für Cello, der Vater Saxophonist. Jan spielt in der Bigband seines Gymnasiums, in der Schulband der Musikschule des Kreises Meißen  und ist Mitglied  der Coswiger Funk- und Rockband "Funk Fragment". Die Teilnahme am Finale von "Jugend musiziert" in Paderborn vom 1. bis 8. Juni mit mehr als 2.700 Teilnehmern – allesamt Musik-Amateure im Schüler-Alter – war für ihn „eine super Erfahrung“. Jan Zeimetz: „Es war einfach toll, auf so viele junge Menschen zu treffen, die Spaß an der Musik haben.“ Aus Paderborn nehme er „viele Eindrücke“ und „Erfahrungen cooler Workshops“ mit zurück in die sächsische Heimat. Vom Festival „Drums’n’Percussion“ hatte er zuvor schon durch das Internet und seinen Schlagzeuglehrer gehört.

Nun freut er sich, in wenigen Monaten Paderborns Partnerstadt Belleville und den weltbekannten amerikanischen Schlagzeuger Chester Thompson kennen zu lernen. „Ich bin einer riesiger Genesis-Fan,“ sagte er im Paderborner Schützenhof, wo zum Abschluss des „Jugend musiziert“-Finales die mehr als ein Dutzend Sonderpreisträger ausgezeichnet wurden und Kostproben ihres Könnens gaben. Diverse Stiftungen, Banken, Instrumentenhersteller, Musikverlage und weitere Institutionen aus ganz Deutschland hatten die Preise im Gesamtwert von mehr als 130.000 Euro zur Verfügung gestellt. Als der – maßgeblich von Uli Frost gestiftete – Sonderpreis für den Pop-Schlagzeuger Jan Zeimetz bekannt gegeben wurde, gab es besonders starken Applaus, denn welcher Preisträger darf sich schon über ein Reiseticket für die USA und das Zusammentreffen mit einer solchen internationalen Musikgröße freuen. Als Kostprobe am Drumset hatte  Jan Zeimetz  für den Festakt zur Sonderpreis-Verleihung Omar Hakims Komposition „Constructive Criticism“ ausgewählt.

Als „Jugend musiziert“ vor Jahren begann, sich der Popmusik anzunähern, galt dies in Fachkreisen als kleine Revolution. Um den bekanntesten deutschen Wettbewerb für Nachwuchsmusiker nicht in einer zu erwartenden Riesenwelle unzähliger Band-Meldungen ertrinken zulassen, wurde die Einladung auf junge Musiker „Pop-affiner Instrumente“ eingegrenzt. Ein solcher erfolgreicher Pop-affiner Instrumentalist darf nun in ein paar Monaten die Koffer für Nashville und Belleville packen. Gute Reise!

 

08 Jun 2017
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